Allergie
   
       
  Kommt man mit einer Allergie zur Welt?

Nein, die Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf verschiedene Stoffe aus der Umwelt, beispielsweise Pollen oder Hausstaubmilben. Die Allergiebereitschaft allerdings wird vererbt. So bekommt ein im Frühsommer geborenes Kind mit Allergikereltern mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Gräserpollenallergie, also einen Heuschnupfen.

Zur Diagnosestellung: Wichtig ist die Anamnese. Wann sind die Beschwerden am schlimmsten? Die Tageszeit spielt eine Rolle und natürlich auch die Jahreszeit. April oder eher im Juni? Wie ist es im Herbst? Danach führen wir Hauttests durch, zunächst den Prick-Test. Allergenlösungen (Flüssigkeiten, die allergieauslösende Stoffe enthalten) werden auf den Arm aufgetropft und dann die Haut leicht angeritzt. Bereits nach 10 Minuten kann der Arzt das Ergebnis ablesen. Ergänzend können Bluttests im Labor gemacht werden.

Zur Therapie: Bei einer gesicherten Diagnose ist das Wichtigste, das Allergen, also den Allergieauslöser, zu meiden. Relativ einfach erscheint dies bei Feststellung einer Haustierallergie. Wir haben immer Tempotaschentücher bereit, denn bei der Ankündigung, dass das Haustier abgeschafft werden muss, sind schon viele Tränen geflossen...

Pollen aber kann man nicht abschaffen – und während der Pollenflugzeit immer weit weg in den Urlaub zu fahren, ist auch nicht drin. So kommt es zunächst einmal zur medikamentösen Behandlung mit geeigneten Tropfen, Sprays und/oder Tabletten. Durch die Medikamente wird die Allergie nicht beseitigt, aber die Symptome verschwinden weitgehend während der Behandlungsdauer. Das gilt auch für die ganzjährigen Allergien, beispielsweise eine Hausstaubmilbenallergie. Ursächlich behandelt wird die Allergie mit der Spezifischen Immuntherapie, der Hyposensibilisierung, die einer Impfung gegen die Allergieauslöser. Wir verwenden verschiedene Verfahren, je nach Allergie und zeitlicher Durchführbarkeit. Vor allem bei Pollenallergien können wir eine Kurzzeitimmunisierung anbieten. Der Patient kommt sieben bis achtmal im Winter vor Beginn seiner Allergiezeit und bekommt einmal wöchentlich eine kleine Spritze in den Oberarm. Dieses Verfahren wird drei Winter hintereinander wiederholt. Die sogenannte Langzeitimmunisierung kommt ebenfalls bei Pollen in Betracht, aber auch bei Tierhaarallergien. Die Behandlung ist zeitaufwendiger: circa vier Monate kommt der Patient wöchentlich zu seiner Injektion in den Oberarm. Nach Erreichen der Erhaltungsdosis sind nur noch alle sechs Wochen Injektionen nötig. Diese Behandlung dauert drei Jahre. Bei Patienten mit starker Angst vor Spritzen können wir über die sublinguale Behandlung (mit einzunehmenden Tropfen oder neuerdings auch mit Tabletten) sprechen.

Warum Allergiebehandlung? Kommen wir auf unser Frühsommer-Baby zurück. Dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit einen Heuschnupfen bekommt, können wir mit heutigem Wissensstand nicht verhindern. Wenn der Heuschnupfen aber da ist, muss er richtig behandelt werden. Sonst wird das Kind weitere Allergien und Asthma entwickeln. Die Impfung verhindert das.


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